Albert Massiczek
1916–2001

Prof. Dr. Alexander Fried schreibt:

Alexander Fried

Prag, 3. Mai 2008

Hiermit möchte ich erklären, dass ich Herrn Dr. Albert Massi­czek seit dem Jahr 1952 bis zu seinem Ableben gekannt habe. Dr. Massi­czek war, ohne Zweifel, einer der bedeu­tend­sten Kämpfer gegen dieses schreck­liche Ver­brechen.

Mit seiner ganzen intellek­tuellen Kraft, in Wort und Tat, war er tätig in der Öster­rei­chi­schen Wider­stands­bewe­gung. In seinen Büchern hat hat er zwar zuge­geben, dass er in seinen Jugend­jahren mit dem Nazis­mus sym­pathi­siert hat. Später jedoch hat er sich davon voll­kommen distan­ziert.

Zu behaupten, dass Dr. Massi­czek ein Faschist war, ist eine schreck­liche Un­gerech­tig­keit und Ver­leum­dung. Er wurde von der Öster­rei­chisch-Isra­eli­schen Gesell­schaft einge­laden, in Jeru­salem, Tel Aviv und Haifa Vorträge über den Neo­nazis­mus und die Wider­stands­bewe­gung zu halten. Die israe­lische Presse und die vielen An­wesen­den anläß­lich dieser Vor­träge haben den Auf­tritt von Dr. Massi­czek sehr positiv aufge­nommen. Ich war bei diesen Vor­trägen persön­lich anwesend.

Dr. Massi­czek war ein bedeu­tender Philo­soph, beson­ders sein Buch über Karl Marx ist eine aus­gezeich­nete wissen­schaft­liche Analyse. In dieser und vielen anderen Arbei­ten war Dr. Massi­czek ein auf­richti­ger Freund des jüdi­schen Volkes. In meinem Arti­kel über Franz Kafka und das Juden­tum, der von der Franz Kafka Gesell­schaft ver­öffent­licht wurde, habe ich Dr. Massi­czek zitiert, und ohne seine Hilfe konnte ich diesen Artikel nicht ver­öffent­lichen.

Dr. Massi­czek war ein Bewun­derer von Martin Buber und [Emmanuel] Levinas. Dr. Massi­czek, ich wiederhole, war mit ganzer Seele ein ange­sehener Vor­kämpfer gegen den Nazis­mus und Anti­semitis­mus.

Prof. Dr. Alexander Fried

© lucdesign 2008 • Impressum