Albert Massiczek
1916–2001

Statement Marie Spott, ehem. Haushälterin bei Oppenheims, vom 18. 6. 1945

Frau Marie Spott, Haus­ange­stellte bei Frau Dora Loewen­feld-Russ, Wien VIII, Rat­manns­dorf­gasse 17, hat am 18. 6. 1945 fol­gen­de An­ga­ben ge­macht und durch ihre Un­ter­schrift be­kräf­tigt:

Ich war bis zum Jahr 1943 als Haus­gehil­fin bei Herrn Dr. David Ernst Oppen­heim, Wien II., Kraft­gasse 3, und des­sen Gat­tin Amalie Be­schäf­tigt. Bei­de sind als Voll­juden im Jahre 1943 in das Kon­zen­tra­tions­lager The­re­sien­stadt ge­bracht wor­den, wo Dr. Oppen­heim ge­stor­ben ist. Im Jah­re 1939 lern­te Dr. Oppen­heim durch Ver­mitt­lung seines ehe­ma­li­gen Schü­lers Dr. Fried­rich Heer Herrn Dr. Massi­czek kennen, der ihn von die­ser Zeit an bis zu seiner Ein­rüc­kung und wie­der nach seiner Rück­kehr als Kriegs­ver­sehr­ter (1942) re­gel­mäs­sig auf­ge­sucht hat. Dr. Massi­czek war Herrn Dr. Oppen­heim in mehr­facher Weis­e be­hilf­lich, so­wohl durch Bei­stel­lung von Le­bens­mit­teln als auch durch per­sön­li­che Ver­wen­dung bei amt­li­chen Stel­len. Außer­dem hat er bei der Auf­lö­sung des Haus­hal­tes von Dr. Oppen­heim auf des­sen Bitten Klei­der und Bü­cher als Treu­hän­der über­nom­men. Wäh­rend seiner Mili­tär­dienst­zeit und nach der Über­füh­rung des Ehe­paa­res Oppen­heim ins Kz. hat Dr. Massi­czek bei­de mit Le­bens­mit­tel­pa­ke­ten un­ter­stützt.

Ich bin jeder­zeit be­reit, diese An­gaben eid­lich zu be­kräf­ti­gen und durch nähe­re Aus­füh­run­gen zu unter­stüt­zen.

Wien, 18. 6. 1945

[signiert: Spott Marie
Wien XIII 13.
Radmannsdorfgasse 17]

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