Albert Massiczek
1916–2001

Statement Dipl. Ing. Herbert Penzias vom 25. 6. 1945

Dipl. Ing. Herbert Penzias
Wien 19., Leopold Steinerg. 10

Erklärung

Die Be­kannt­schaft Herrn Dr. Massi­czek machte ich im Herbst 1938 im Hau­se der Fa­mi­lie Ber­ger, Wien XIII, Adolfs­torg. 21. Ich ver­kehr­te seit län­ge­rer Zeit dort­selbst. Seit der Hei­rat Herrn Dr. A. Mass­czeks mit Fräu­lein Hild­burg Ber­ger zähl­te ich auch ihn zu mei­nen nä­he­ren Freun­den.

Ich selbst galt unter den ver­gan­ge­nen trau­ri­gen 7 Jah­ren als „Misch­ling I. Grades“ und hät­te mich mit ei­nem wah­ren Nazi nie­mals an­freun­den kön­nen. Ich kann be­stä­ti­gen, daß Herr Dr. A. Massi­czek vie­len Ju­den u. a. Hil­fe und Unter­schlupf ge­währ­te, da er mit der Ent­wick­lung der Din­ge in Öster­reich nicht kon­form ging. Er wurde schließ­lich zu einem er­bitter­ten Geg­ner des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und ein über­zeug­ter Anti­fa­schist, noch be­vor er zum Mili­tär ein­rücken mußte – denn lei­der hat erst der Krieg vie­len Men­schen die Augen geöff­net. Sei­ner Ge­sin­nung gab Dr. A. Massi­czek auch in Taten Aus­druck, in­dem er den Ver­folg­ten und Ge­schä­dig­ten des Hit­ler Regi­mes, gleich­gül­tig wel­cher Ge­sin­nung, in sei­nem Hau­se alle er­denk­li­che Hil­fe und Schutz bot.

Ich bin be­reit, diese meine Aus­sage durch Eid zu be­kräf­ti­gen.

Wien, am 25. Juni 1945.
[signiert: Dipl. Ing. Herbert Penzias]

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