Albert Massiczek
1916–2001

Statement Willy Lorenz vom 22. 10. 1945

DR. JUR. ET PHIL. WILLY LORENZ
Wien I., Löwelstr. 12/5

Bestätigung

Ich lernte Herrn Dr. Albert Massi­czek im Herbs­te 1939 am Öster. In­sti­tut für Ge­schichts­for­schung ken­nen. Er ge­hör­te be­reits da­mals mit mei­nem Freund Dr. Vik­tor Rei­mann der von die­sem und Dr. Roman Karl Scholz ge­grün­de­ten Öster. Frei­heits­be­we­gung an. Dr. Massi­czek rück­te 1940 im Fe­ber ein, wo­durch un­se­re Zu­sam­men­ar­beit un­ter­bro­chen wur­de. Erst nach sei­ner Rück­kehr im Feber 1942 tra­fen wir wie­der zu­sam­men und be­gan­nen wie­der ak­tiv im anti­fa­schis­ti­schen Sinn zu­sam­men, was bis zu mei­ner Ein­rüc­kung im Jahre 1943 dau­er­te.

Ich kann Herrn Dr. Albert Massi­czek nur das beste Zeug­nis aus­tel­len [sic]. Er hat, seit ich ihn ken­ne, zu den radi­kals­ten und ex­trem­sten Gege­ner [sic] des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus gehört und durch seine Tä­tig­keit vie­len Ver­folg­ten, dar­un­ter auch Ju­den ge­hol­fen.

Über mei­ne Per­son möch­te ich nur sa­gen, dass ich die Nr 1499 der Öster. Wider­stands­be­we­gung be­sit­ze und we­gen des Ver­bre­chens der Zer­set­zung der Wehr­kraft mich in Haft be­fand.

Wien, 22. 10. 1945

signiert: Dr. Willy Lorenz

fs1

© lucdesign 2008 • Impressum