Albert Massiczek
1916–2001

Statement Dr. Viktor Reimann vom 20. 8. 1945

[Briefpapier:] SALZBURGER NACHRICHTEN

Unter­zeich­ne­ter lern­te Herrn Dr. Albert Massi­czek auf der Uni­ver­si­tät Wien ken­nen und trat bald in freund­schaft­li­che Be­zie­hung mit ihm. Eini­ge Mona­te nach Ein­marsch der deut­schen Trup­pen in Ös­te­rreich grün­de­te Un­ter­zeich­ne­ter ge­mein­sam mit Roman Scholz aus Klos­ter­neu­burg eine Wider­stands­gruppe unter dem Titel: „Öster­reichi­sche Frei­heits­be­we­gung“. Unter­zei­chne­ter weih­te auch zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt Herrn Dr. Massi­czek ein, der sei­ne Mit­ar­beit zu­sag­te und auch ande­re Per­so­nen zu­führ­te. Leid­er riß die Ver­bin­dung spä­ter ab, weil Dr. Massi­czek zur Wehr­macht ein­rück­te, und Unter­zeich­ne­ter selbst je­doch 1940 ver­haf­tet und nach seiner Ver­ur­tei­lung zu zehn Jah­ren Zucht­haus erst 1945 durch ameri­kani­sche Trup­pen be­freit wur­de. Unter­zeich­ne­ter kann Dr. Massi­czek nur das beste Zeu­gnis be­züg­lich sei­ner Hal­tung aus­stel­len, Dr. Massi­czek ge­riet durch sei­nen Ein­satz oft­mals in größ­te Ge­fahr, weil eine Ver­haftung seiner­seits ihm wahr­schein­lich die To­des­stra­fe ge­bracht hätte.

Salzburg, am 20. 8. 1945

[Stempel:] Salzburger Nachrichten
Salzburg, Bergstraße Nr. 12

Dr. Viktor Reimann e. h.

[Briefpapier:]
Salzburg / Bergstrasse 12 / Telephon 6241

Faksimile: Fax einer Abschrift

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