Albert Massiczek
1916–2001

Statement Univ. Prof. Dr. phil. et iur. August Loehr, Univ. Prof. Dr. Alphons Lhotsky und Univ. Prof. Dr. Karl Pivec vom 17. 3. 1947

Die Unter­zeich­ne­ten ken­nen Dr. Albert Massi­czek seit nahe­zu zehn Jah­ren und kön­nen aus eige­ner Wahr­neh­mung seine schon im Laufe des Jah­res 1938 erfolgte leiden­schaft­liche Ab­kehr vom Natio­nal­sozia­lis­mus mit dem besten Ge­wis­sen be­zeu­gen – eine Ab­kehr, die sich dem Ge­nann­ten nicht bloss aus klarer Er­kennt­nis der Tat­sachen, son­dern auch aus der ab­solu­ten In­kompa­ti­bi­li­tät natio­nal­sozia­lis­ti­scher Ge­dan­ken mit sei­ner eige­nen, von star­kem christ­li­chem Ethos ge­trage­nen Welt­an­schau­ung mit Not­wendig­keit erge­ben muss­te. Wäh­rend der gan­zen Zeit der natio­nal­sozia­listi­schen Herr­schaft in Oester­reich ge­hör­te Herr Dr. Massi­czek zu den­jeni­gen Per­sön­lich­kei­ten, denen gegen­über die Unter­zeich­ne­ten mit vol­lem Ver­trau­en stets offen aus­spre­chen konn­ten, was sie dach­ten und fühl­ten.

Wien, am 26. März 1947.

Univ. Prof. Dr. phil. et iur. August Loehr
Erster Direktor des K.-histor. Museums.
Univ. Prof. Dr. Alphons Lhotsky
Univ. Prof. Dr. Karl Pivec

Diese Abschrift stimmt mit dem mir vorgewiesenen Originale vollständig überein.

–Wien, am elften April Eintausend­neunhundert­siebenund­vierzig.–

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